Die Geschichte des Förderervereins spiegelt die Entwicklung
des Gymnasiums vom Progymnasium in der Gründungszeit des
Vereins bis zur modernen Lehranstalt der Gegenwart wider. Aufgrund
der prekären Finanzlage der Stadt Vlotho in den 50er Jahren
war eine Unterstützung der Schule von privater Seite dringend
geboten. Somit waren die Fördermaßnahmen des Vereins
in diesen Jahren in besonderem Maße vom Ausbau der Schule
geprägt. Dadurch entwickelte sich eine enge und fruchtbare
Zusammenarbeit des Vereinsvorsitzenden Dr. Koch mit den Vertretern
der Stadt Vlotho als Schulträger, wobei hier besonders der
damalige Amtsdirektor Dr. Hohenstein zu nennen ist, und den damaligen
Schulleitern des Progymnasiums, Neveling und Gärtner. Heutzutage
allerdings präsentiert sich der Verein als vollkommen unabhängige
und eigenständige Institution zur Förderung der Schule.
Gegründet
wurde der Fördererverein am 27. Februar 1952 im Saal des
Rathauses II (früher Hotel Koch). Zur damaligen Gründungsversammlung
hatten drei namhafte Vlothoer Bürger eingeladen: Pfarrer
Barth, Fabrikant van Deylen und Rechtsanwalt Dr. Koch.
Anlass dieser
Einladung war die Finanzierung einer zweiten Sexta, da sich in
jenem Jahr für das kommende Schuljahr ca. 80 Schüler
angemeldet hatten, die Stadt Vlotho eine zweite Sexta aber nicht
einrichten wollte und konnte. Somit hätten ca. 35 Schüler
abgewiesen werden müssen, was die Gründungsmitglieder
durch Einrichtung eines Förderervereins auf jeden Fall verhindern
wollten. Die Mehrkosten für die Einrichtung einer zweiten
Sexta sollten vom Verein getragen werden, um die Abwanderung der
abgewiesenen Schüler auf die ohnehin schon überfüllten
Gymnasien der Nachbarstädte zu verhindern.

Zahlreiche
- aus heutiger Sicht kaum verständliche - Aktionen des Vereins
zur Unterstützung der Schule schlossen sich in der Folgezeit
an. Aufgrund der Umwandlung der Schule in eine "Höhere
Schule" in den Kriegsjahren war ein enormer Nachholbedarf
an Lehrmitteln und Unterrichtsmaterialien sowie infolge zunehmender
Schülerzahlen ein Mangel an Unterrichtsräumen und Lehrkräften
entstanden. Erhebliche Zuschüsse des Vereins konnten im Laufe
der 50er Jahre diesen kriegs- und nachkriegsbedingten Zustand
durch wesentliche Anschaffungen und bedeutende Bauvorhaben entscheidend
verbessern.
So wurden
vom Verein vorübergehend die Kosten für die Bezahlung
einer zusätzlichen Lehrkraft übernommen, um den vollen
Unterricht aufrechterhalten zu können, als - bedingt durch
wiederholte Erkrankungen und sonstige Ausfälle im Lehrerkollegium
- Unterrichtsausfall drohte.
Zur Ausstattung
der Schule wurden für das Lehrerzimmer zwölf Sessel
zur Verfügung gestellt.
Da die Toilettenanlagen
dringend erneuerungsbedürftig waren (die vorhandenen hatten
noch nicht einmal Wasserspülung) und auch sonst erheblicher
Raummangel bestand, beteiligte sich der Verein im Jahre 1953 am
Umbau der Schule, um den genannten Umständen abhelfen zu
können.
Weil das Progymnasium
im selben Jahr wohl die einzige Schule im Lande war, die kein
Rundfunkgerät besaß, und auch schon damals der dringende
Wunsch bestand, Medien in den Unterricht einzubeziehen (sprich:
Schulfunk zu hören und aufzunehmen), wurde vom Verein ein
Radioapparat mit Tonbandaufnahmegerät zur Verbesserung der
Unterrichtssituation angeschafft.
Zahlreiche
für den Schulalltag erforderliche Dinge ließen sich
an dieser Stelle noch aufführen, erwähnt werden sollte
nur noch die Anschaffung eines Satzes Fideln und eines Flügels,
um endlich einen fachgerechten Unterricht durchführen zu
können.
Im Vordergrund
all dieser Aktivitäten des Vereins in jener Zeit steht allerdings
die finanzielle Beteiligung an den räumlichen Veränderungen.
Sämtliche bauliche Maßnahmen, ob Um- oder Anbau der
Schule zur Errichtung weiterer Klassenzimmer, Fachräume oder
Einrichtung einer Aula, wurden vom Verein mitgetragen._ Für
die drei Bauabschnitte von 1953 - 1959 wurden (bei einem Gesamtkostenbedarf
von 300.000 DM) 21.600 DM zur Verfügung gestellt, wobei von
einem Vorstandsmitglied sogar die Bürgschaft für ein
Darlehen in Höhe von 6.000 DM zur Finanzierung fehlender
Restmittel für den Schulanbau übernommen wurde.
In einer in
der Geschichte des Vereins wohl einmaligen Aktion wurden symbolisch
sogenannte "Bausteine" vorrangig an finanzkräftige
Bürger der Stadt VIotho verkauft, um die geplanten Baumaßnahmen
unterstützen zu können. Zum Erwerb eines "Bausteines"
verpflichtete der Käufer sich durch Eintragung eines selbst
zu bestimmenden Geldbetrages in ein vorgefertigtes Dokument mit
seiner Unterschrift. Der genannte Betrag konnte auch in Monatsraten
abgezahlt werden.
Die Umwandlung des Progymnasiums zur Vollanstalt wurde in den
60er Jahren mit dem unumgänglichen Neubau zur Einrichtung
weiterer Klassen- und Fachräume vollzogen. Wenn auch der
Bau der neuen Schule nun ausschließlich mit staatlichen
Mitteln durchgeführt werden konnte, so leistete der Fördererverein
weiterhin wertvolle finanzielle Hilfe durch Bereitstellung namhafter
Beträge zur Einrichtung der Schule. Zusätzlich wurden
Gelder zur Unterstützung der Studienfahrten in der Oberstufe
und für sonstige Unterrichtsfahrten zur Verfügung gestellt.
In besonderem Maße wurde in dieser Zeit der Rudersport am
Gymnasium gefördert. Aber auch die bis in die 80er Jahre
übliche Abiturientengabe wurde vom Verein finanziell mitbedacht.
Seit den 70er
Jahren hat sich ein neuer Verteilungsmodus bewährt, der den
spezifischen Wünschen der einzelnen Fachrichtungen noch gezielter
Rechnung tragen soll. Nach Absprache mit der Schulleitung werden
den Fachbereichen jährlich bestimmte Summen zur Verfügung
gestellt, die dann nach bestem Fachwissen und Gewissen verwendet
werden. Beispielhaft angeführt werden sollen hier folgende
Anschaffungen:
Eine Vielzahl
von Geräten wurde vor allem für den naturwissenschaftlichen
Unterricht bereitgestellt. Neben 12 Mikroskopen für den Fachbereich
Biologie und einem Fernrohr für die Astronomie-AG seien an
dieser Stelle auch moderne technische Geräte erwähnt,
wie z.B. ein Videorecorder für die Physik und eine Videokamera
mit Zubehör und Farbfernseher für die Biologie.
Der Einrichtung
eines neuen Unterrichtsfaches wie der Informatik wurde durch Anschaffung
einiger Computer mit Zubehör und der zugehörigen Software
Rechnung getragen.
Dem Fachbereich
Sport wurden zahlreiche Sportgeräte zur Verfügung gestellt,
die durch ständigen Gebrauch im Unterricht schnell verschleißen.
Insbesondere wird aber schon seit Jahren der an der Schule angebotene
Kanusport gefördert. So wurden neue Kanus angeschafft, längst
fällige Reparaturen an anderen mussten bezahlt werden.
Für die
Fächer Erdkunde und Geschichte wurde neues Karten- und Folienmaterial
beschafft.