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Von der Schülerbibliothek
zum Selbstlernzentrum
Bis zum Jahr 2001 gab es am WGV zwei Bibliotheken:
Die Lehrerbibliothek, zu der in der Regel nur Lehrerinnen und Lehrer
Zugang hatten und die Schülerbibliothek. Letztere war in einem sehr
kleinen Raum (der allerdings zentral im PZ lag) untergebracht und
– dank einer Bibliotheks-AG – in den großen Pausen zugänglich.
Im Rahmen der Generalinstandsetzung
kam schnell die Idee eines größeren Medienzentrums auf die Tagesordnung.
Das Grundkonzept wurde in den Jahren 1999 und 2000 von Reinhard
Garl, der auch schon die Schülerbibliothek betreut hatte, erstellt.
Parallel dazu liefen die Planungen der Stadt Vlotho zum Neubau eines
Medienzentrums als weiteren Bauabschnitt nach der Erstellung der
neuen Sporthalle. Der erste Spatenstich erfolgte im September 2000,
fertig war der Bau im Sommer 2001.
Da in den Sommerferien 2001
die Bauarbeiten im PZ fortgesetzt werden sollten, mussten bereits
zu diesem Zeitpunkt die beiden alten Bibliotheken sowie die Buchbestände
der Fachräume im PZ geräumt werden. Wie jeder Umzug wurde auch dieser
zum Anlass genommen einmal gründlich „auszumisten“. Einige Fachbereiche
schafften es sogar noch vor den Ferien, ihre Buchbestände auf der
Grundlage der für das WGV erarbeitete Systematik (basierend auf
der „Allgemeinen Systematik für öffentliche Bibliotheken“, ASB)
neu zu ordnen.
Da der Neubau noch nicht ganz
fertig gestellt war, verschwanden die Bücher erst einmal in rund
100 Umzugskartons. Bereits in dieser Phase stellte sich heraus,
dass die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden musste. Michael
Marquard, der im Sommer 2000 neu an das WGV gekommen war, erklärte
sich bereit, am Projekt Medienzentrum mitzuarbeiten.
Im Herbst 2001 konnte dann
die eigentliche Aufbauarbeit beginnen: Die ersten drei Computer
für die Bibliotheks-Software wurden installiert und die Herbstferien
dafür genutzt sich in die Software einzuarbeiten. Vom November 2001
bis zum Februar 2002 wurden die Altbestände an Büchern, Videos und
CD-ROMs in den elektronischen Katalog eingegeben: bei ca. 8000 Medieneinheiten
seien dafür – so die Auskunft von Fachleuten - ungefähr 5 Jahre
nötig. Dass diese Arbeit in der sensationellen Zeit von vier Monaten
abgeschlossen werden konnte, verdanken wir vielen engagierten Eltern,
die ihre Freizeit für das Medienzentrum geopfert haben. (Vielen,
vielen Dank!!!)
Anfang März konnte dann nach
Installation der übrigen 18 Computer im Rahmen einer Feierwoche
das Medienzentrum feierlich eröffnet werden. [(s. Bericht in den
Zeitungen und sonstiges Material im Anschluss)]
Am Ende der ersten Testphase,
die bis zu den Sommerferien reichte, ergaben sich einige wichtige
Erkenntnisse:
Ø
Um eine sinnvolle Nutzung zu gewährleisten, muss die Mediothek
von 8.30 bis 14 Uhr geöffnet sein.
Ø
Da eine ABM-Kraft zwar beantragt ist, aber aufgrund der kommunalen
Finanznot in absehbarer Zeit nicht eingestellt werden kann, und
auch Lehrerstunden dafür nicht zur Verfügung stehen, muss die Öffnung
sowie die Aufsicht anders organisiert werden.
Ø
Bereits in der Feierstunde zur offiziellen Eröffnung hatte
der damalige Schülersprecher Boris Haferkamp den Begriff „Selbstlernzentrum“
aufgegriffen und dahingehend erweitert, dass sich die Oberstufenschülerinnen
und –schüler darauf freuten, das neue Medienzentrum weitgehend selbstständig
zu verwalten.
Ø
Bis zu den Sommerferien meldeten sich viele Oberstufenschülerinnen
und –schüler zur Mitarbeit im Medio-Team. Das Verfahren, dass Schülerinnen
und Schüler der Oberstufe, die ihre mehr oder weniger zahlreichen
Freistunden sowieso in der Mediothek verbringen, Aufsicht führen,
Medien ausleihen, zurücknehmen und gleichzeitig als kompetente Ansprechpartner
zur Verfügung stehen, hat sich bewährt.
Ø
Großer Andrang herrschte immer an den 20 Computern. Um die
Rechner für ihren eigentlichen Zweck (Recherche und Erstellen von
Präsentationen im Zusammenhang mit Unterricht) freizuhalten, wird
es nötig sein, Computer-Spiele und den Aufenthalt in Chaträumen
zu verbieten.
Ø
Ein weiteres Problem ergab sich mit den vorhandenen Druckern:
Es gab zahlreiche Fehldrucke oder Ausdrucke, die nicht abgeholt
wurden. In Zukunft erhält jeder Benutzer ein eigenes Benutzer-Konto.
Damit hat er einerseits eine „Privatsphäre“, andererseits kann er
über die Protokollierung für alle Aktivitäten verantwortlich gemacht
werden.
Ø
Langfristig muss ein Konzept für Einführungskurse in die
Arbeit mit dem Netzwerk der Schule entwickelt werden (erfolgreiche
Internetrecherche; Erstellen von Präsentationen; papiersparende
Ausdrucke von Internetressourcen...).
Ø
Die Benutzung der Fachliteratur und der thematischen CD-ROMs
ist sehr unterschiedlich. Einige Fächer arbeiten intensiv mit den
vorhandenen Medien, andere weniger. Auch hier ist ein übergreifendes
Konzept erforderlich, um die Arbeit mit alten und neuen Medien in
den alltäglichen Unterricht noch stärker zu integrieren.
Ø
In einem Punkt mussten die ursprünglichen Planungen revidiert
werden: Das Interesse der Jahrgangsstufen 5-7 an Kinder- und Jugendbüchern
ist derartig hoch, dass die ansonsten sinnvolle Konzentration auf
Sachliteratur in diesem Punkt nicht angebracht erschien.
Ø
Noch nicht geklärt ist die Frage, wie ein derart zeitaufwändiges
Projekt wie ein Medienzentrum auf Dauer betreut werden kann.
Quelle: Jahresbericht 2001/2002
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